Tattoogeschichte
Aktualisiert (Sonntag, 29. März 2009 um 13:04)
Tattoo’s sind keine Erfindung der Neuzeit. Die Kunst Bilder in die Haut zu bringen beginnt schon weit aus früher. Experten sind sich uneinig, aus welchem Volk das Tätowieren kommt. Die ältesten Belege für Tätowierungen stammen aus dem europäischen Raum. Die weitreichendste und bekannteste Vermutung über den Ursprung ist jedoch, dass die Sitte des Tätowierens ursprünglich aus dem Südwestasiatischen Raum stammt und sich von dort über Ägypten nach Polynesien und Australien, bis hin nach Nord- Und Südamerika ausgebreitet hat. Eine Vielzahl an Hinweisen aber beweist, dass jedes Volk das Tätowieren individuell und unabhängig von einander entwickelt hat. Zur Popularisierung und Verbreitung der Tattoo’s, führten in erster Linie religiöse, gesellschaftliche oder gar politische Gründe. In Europa und Amerika wurden Tätowierungen durch die Polynesier Aotoru und Omai sowie durch die Entdeckungsreisen im 18. Jahrhundert von Tasman, Bougainville und Cook für die gehobene Gesellschaft interessant. Tätowierungen waren zwar schon seit Urzeiten bekannt, jedoch erst zu diesem Zeitpunkt für die Menschen greifbar, da es als Wort benannt wurde. Nachdem Polynesien Mitte des vorigen Jahrhunderts unter französischer Herrschaft gelang, wurden kulturelle Traditionen durch christliche Missionierung verboten. Tätowierungen verdammte man als heidnische Symbole, sodass das Wissen über diese Kunst in Vergessenheit geriet.
Die frühesten schriftlichen Belege für die Tätowierung findet man in der Bibel, denn die religiöse Bedeutung des Tattoo’s ist der eigentliche Grund der Erfindung. So zeichnete man die Leute, welche zu einer Gruppe gehörig waren oder aber ausgestoßen wurden. In der Bibel galten Tätowierungen jedoch als verboten. So heißt es im Buch Moses "Für einen Toten dürft Ihr keine Einschnitte auf eurem Körper anbringen, und Ihr dürft euch kein Zeichen einritzen lassen!" oder "Die Priester sollen sich auf Ihrem Kopf eine Glatze scheren, Ihren Bart nicht stutzen und an Ihrem Körper keine Einschnitte machen" Dennoch wird vermutet, dass Paulus eine Tätowierung besaß. So heißt es im Galater " ...denn ich trage die Zeichen Jesu an meinem Leibe" 787 vor Christus verbannte Papst Hadrian I. Tätowierungen als heidnische Bräuche aus dem Christentum. Tätowierungen sind bis heute für Christen verboten. Es wird als Körperverstümmelung bezeichnet. Die Frühchristen jedoch trugen oftmals Kreuze, Fische oder die Zeichen Jesus auf der Stirn oder am Handgelenk. Uneinig ist man sich jedoch ob es Nadelstichtätowierungen oder eingefärbte Narben sind. Diese sollten als Erkennungsmerkmal der Ausstoßung aus der Gruppe dienen, jedoch war genau das Gegenteil der Fall, denn die Gebrandmarkten schlossen sich zusammen und die Tätowierungen galten als Zusammengehörigkeitszeichen. Viele Völker, wie die Ägypter, tragen bis heute noch so ein Brandmal, um sich von anderen Glaubensgemeinschaften abzuheben. Da das Christentum immer mehr verbreitet wurde, änderte man die Bedeutung der Kennzeichnung vom Ausstoßsymbol in ein Dazugehörigkeitsmerkmal. So stachen sich Kreuzritter Erkennungsmale, um im Falle des Todes ein christliches Begräbnis zu bekommen. Auch Hebammen in Paris um 1800 gaben Babys und deren Müttern Brandmale, um Verwechslungen zu vermeiden. Selbst Bauern zeichneten deren Kinder im Gesicht, bevor diese zum Arbeiten weggeschickt wurden, um sie irgendwann wieder zu erkennen.
Politisch gesehen waren Tätowierungen ein Symbol der Überzeugung. Hier ging es nicht um den Schmuck, sondern eher um politisch- religiöse Bekenntnisse, sowie auch zur Erkennung und Identifikation.
In Deutschland ging die Tätowiererei zwischen 1870 und 1880 los. Schnell wurden die Bilder zu Zeichen des Milieus. So trugen hauptsächlich Kriminelle und Prostituierte Tattoo’s. Das führte schnell zu einem schlechten Ruf von Tätowierungen.
Vorreiter für seriöse Bilder war England. Hier ließen sich selbst die Prinzen und Könige diverse Bilder stechen. Schnell zogen auch Könige und Herzöge aus aller Welt nach.
Nun galten die Bilder also Symbole für Liebe, Hass, Erinnerungen oder als Ausdruck eines Wunsches.
